ULCUS MOLLE (weicher Schanker)

ULCUS MOLLE (weicher Schanker)

ULCUS MOLLE (weicher Schanker)

Keiner der "weltlichen Vergnügungen" ist wahrscheinlich so hart "bestraft" wie der Sex. Eine dieser unglücklichen natürliche "Sanktionen" ist auch Ulcus molle oder weicher Schanker. Diese sexuell übertragbare Krankheit, durch Infektion mit dem Bakterium "Haemophilus ducreyi" (ein Parasit) entstanden und auf den Schleimhäuten des menschlichen oder tierischen Körpers vorhanden, obwohl seit Tausenden von Jahren bekannt war, wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts (und noch lange danach) fälschlicherweise mit Syphilis verwechselt. Erst im Jahr 1852, Leon Basser (französischer Wissenschaftler 1810-1887) gelang es den pathologischen Unterschied zwischen Syphilis und Ulcus molle zu bemerken, aber die genaue Ursache wurde erst in der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts entdeckt, von Augusto Ducrey (durch den Namen dieses Forschers wurde das Bakterium "geadelt").

Die Krankheit ist hoch ansteckend, tritt häufiger bei Männern auf, hat eine Inkubationszeit (die Zeit, die zwischen Infektion mit einem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht) zwischen 4 und 7 Tagen und kann einschließlich durch bloßes Anfassen einer infizierten Person, noch bevor sich die typischen Symptome der Krankheit bemerkbar gemacht haben. Es gibt nicht Schöneres, nicht wahr?

Infizierte Frauen haben in der Regel keine Symptome, aber wenn sie auftreten, sehen sie aus wie weiche Geschwüre mit einer eitrigen Oberfläche und rötlichen Rand, die schmerzhaft werden können.

Bei Männern bilden sich zunächst kleine, rötliche schmerzhafte Papeln (Blasen), welche sich in der Mitte eines Ödems befinden und sich innerhalb von 2-3 Tagen schnell zu Bläschen (Pustel, eitrige "Tasche") umwandeln. Aus einem solchen Bläschen geht schließlich ein eitriges, blutiges und schmerzhaftes Geschwür (Ulcus) hervor, das im Genitalbereich oder der Perianalregion (um den Anus herum) kommt mit der Möglichkeit sich auch auf anderen Körperzonen auszubreiten.

In manchen Fällen haben die Geschwüre eine ziemlich seltene Entwicklung, indem sie nebeneinander auftreten und sich nach einer Zeit auch miteinander verbinden, sodass eine große Wunde entstehen kann.

Bei Frauen kommt noch ein übelriechender, grünlicher Ausfluss dazu oder starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Was soll man dazu noch sagen... ein Traum von einer Krankheit!

Eine genaue Diagnostik von weicher Schanker ist schwierig, weil die klinischen Symptome ähnlich der Syphilis, Lymphogranuloma venereum, Herpes genitales oder Granuloma inguinale (Geschlechtskrankheiten die charakteristische, ulzerierende Läsionen im Genitalbereich aufweisen). Es erfordert also die mikroskopische Untersuchung einer, von innerhalb des Geschwürs entnommenen Probe oder für bessere Ergebnisse, ist sogar eine Biopsie (die Entfernung durch chirurgische Eingriffe eines Fragmentes von einem lebenden Gewebe für die Untersuchung unter einem Mikroskop) empfehlenswert. Ironischerweise es beginnt alles ganz angenehm... mit den brennenden und ungeduldigen Erregungen vor dem Sex.

Leider gibt es nicht wenige Fälle, in denen Ulcus molle in "einem Paket kommt" zusammen mit Herpes genitales, Syphilis oder noch schlimmer mit dem Humane Immundefizienz-Virus (HIV). Mit anderen Worten, mit einer ganzen Gruppe von Freunden, einer "netter" als der andere, die nur darauf erwarten mit ihrer eigenen "Hippie-Lebensweise", Ihr Intimleben zu erobern. Daher sollte man, gleichzeitig mit der Diagnose von Ulcus molle auch die Untersuchungen für andere mögliche Geschlechtskrankheiten machen.

Eine Behandlung erfolgt ausschließlich durch einen Facharzt (es kann der Gynäkologe oder der Hautarzt sein), der den optimalen Zeitplan für die Verabreichung von Antibiotika verschreiben wird.

Rechtzeitig angewendet, ist die Behandlung wirksam, nicht teuer und dauert auch nicht lange. Nur ein Facharzt kann entscheiden, abhängig von den Testergebnissen, was am besten für jeden Patienten passt.

Ulcus molle kann sich nach einigen Wochen von selbst heilen, aber deutlich sichtbare Narben hinterlassen. Man sollte aber unter keinen Umständen verstehen, dass ein nachlässiges Warten, dasselbe wie ein Arztbesuch bedeutet. NICHT VERGESSEN! Es besteht die reale Gefahr, dass zusammen mit weicher Schanker auch andere, schwere Infektionen bekommen können. Diese Parasiten sind echte Nachtschwärmer und "verbrüdern" sich sehr schnell miteinander.

Um alle diese Unannehmlichkeiten zu vermeiden, ist es ratsam, dass bei jedem Geschlechtsverkehr ein KONDOM zu benutzen. Die Vorbeugung kann drastisch das Risiko einer Infektion reduzieren.